Osterhasen

Treffen sich 2 Bengels in Berlin zur Osterzeit.

Sagt der eine Junge, jetzt müssen die Osterhasen aber ran, Ostereier legen. Sagt der andere Junge: Eier legen doch die Hühner. Erwidert der erste Junge: Sag nur, Du glaubst an Hühner.

 

Zu Hasen genauer gesagt zu Kaninchen habe ich eine besondere Beziehung. In der Kriegszeit wuchs ich als Kind mit Karnickel und Co. auf.

Wir wohnten in unserem Wochenendhaus in einem winzigen

Dorf am Edersee 60 km. von Kassel entfernt, wo die Bomben fielen. Morgens vor dem Schulbesuch organisierten wir Kaninchenfutter. Wir besuchten die einklassige Volksschule bis der Lehrer eingezogen wurde. Es galt ca. 80 Kaninchen zu versorgen. 2-mal im Jahr kam der Metzger und machte Wurst.

Später in der Schule in Kassel hatten wir Handwerk, da lernte ich Schnitzen . Natürlich waren Hasen in unserem Programm. So gerne hätten wir mit Dürer konkurriert,es blieb aber ein Traum.

Vor 21 Jahren, Geburt unserer ersten Enkel in USA, fing ich wieder an zu schnitzen, ganz bald waren Hasen in der Palette.

Bei abendlichen Einladungen in der Osterzeit waren sie ein willkommenes Mitbringsel. Meine Hasen waren auf jeden Fall

beliebter als Blumen. Sie hielten ja auch länger.

Beinahe ereignete sich ein Missgeschick, lieben Freunden hatte ich einen gut handgroßen Hasen geschnitzt und mitgebracht.

Der Hase war aus heller Kiefer in Cellophan eingepackt.

Es bedarf ein wenig Überzeugungskraft den Kindern klar zu machen. Nein, es ist kein Marzipan.

Noch ein Wort zu Mitbringsel. Als ich als Landwirt in der Geflügelwirtschaft tätig war nahmen wir bei abendlichen Einladungen bei guten Freunden anstelle Blumen gerne ein dickes Huhn mit. Die Zeiten haben sich geändert.

 

Nun geht es noch weiter zurück in der Zeitrechnung

In 1990 wurde in Nordhessen in Sipperhausen eine historische Scheune entkernt.

Der Gründungsbalken der Scheune trägt die Jahreszahl 1684.

Das ist die Zeit 30 jähriger Krieg, Westfälischer Frieden. In dieser Zeit war Hexenverbrennung und Soldatenverkauf angesagt. In diesem Zeitrahmen wuchsen die Eichen im Sipperforst.

Das Bauholz mutierte bei mir zu Schnitzholz.

Ein Steinmetz gab mir Ratschläge, wie sehr hartes Holz, zu bearbeiten ist.

Dieses antike Holz wird von mir in Skulpturen verwandelt.

 

Als Kind beim Hasenschnitze wollte ich mit Dürer konkurrieren.

Mein Hasengeschmack hat sich gewandelt.

Bilder des Illustrators Fritz Koch- Gotha (1877-1956) zieren das Buch „Die Häschen Schule“. Erstveröffentlichung des Buches war in 1924. Text und Bilder gefallen mir sehr gut.

Eine Empfehlung für alle Großeltern, die noch vorlesen.

Es hat mal wieder sehr viel Freude gemacht das alte Eichenholz in Antikholz-Skulpturen zu verwandeln. Der Freundeskreis erfreute sich über die Antikholz-Hasen voriges Jahr vor Ostern. Die Hasen sind nachgewachsen.